Jul 26
dhabermann

Singapur

Oh Singapur, du musst mir einige Zeit geben, um mich an dich zu gewöhnen. Ich komme gerade aus einem Nachbarland, nicht weit weg, aber genau das Gegenteil von dir. Bestimmt kannst du dir vorstellen, wie unsinnig du mir als Stadt im ersten Moment erscheinst. Mit deinem Glitzer hier und da, mit deinen Shoppingmalls groß und größer, mit deinen Edelboutiquen noch und nöcher und deinen edlen Bauwerken hoch und höher. Du bist sauber und geordnet, bist hell und grün und gar nicht grau, bietest jeden Abend eine eindrucksvolle Lichtershow. All dies fotografiere ich von dir und ja, du bist schon schön. Doch schwebst du mir in anderen Höhen.

 

Ich mach ich also auf und schlendere durch deine Straßen. Ich gebe zu, die Zeit ist viel zu knapp. Aber schließlich finde ich einen kleinen Teil, der dich für mich viel wertvoller macht. Dein Kulturmix von Christen bis Buddhisten, von Hindus und Muslimen, die dich alle gleichermaßen lieben. Das Verbinden der großen Welt in deinem kleinen Land. Die moderne Technik und das Bewusstsein für modernes Leben. Die Sicherheit zu jeder Tageszeit.

 

Mit deinem wunderbaren Schein ziehst du mich hinein. Ja, du bist wirklich schön. Und ja, mittlerweile mag ich dich. Doch lässt du mich zu schnell die Dinge wieder vergessen, die ich für mich als viel wichtiger ermesse. Lässt mich zu viele derer Menschen sehen, die zu sehr mit sich beschäftigt sind und nur auf der einen Straßenseite gehen. Hat deine Extravaganz denn Relevanz?

 

Oh Singapur, ich bin gewiss – wir finden noch den richtigen Kompromiss. Lass uns also sehen, mit wechen Augen ich zukünftig vor dir stehe.

 

 

dhabermann
About the Author:
gelernter Reiseverkehrskaufmann, Weltenbummler und leidenschaftlicher Hobbyfotograf


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