Jan 03
dhabermann

Myanmar – das Leben auf dem Land

Viel spannender wird es die touristischen Tempel und Sehenswürdigkeiten hinter sich zu lassen und in das wahre Leben einzutauchen. Ein Zugticket zu buchen ist nicht schwer, das Erlebnis dafür umso größer. Die Gleise sind aus England, die Züge aus China oder Japan. Eine gerade Strecke ist stets schief und die Wägen schaukeln von rechts nach links, immer knapp davor gleich zu entgleisen. Wir haben die umweltfreundliche AirCon Klasse gebucht – Türen und Fenster sind stets offen. Von Wagon zu Wagon zu laufen gleicht einem Abenteuer. Und die besten Nudeln haben wir im übrigens schäbigsten Zug gegessen.

Wir fahren auf´s Land raus. Dummerweise habe ich mir davor ein paar Fotos von der Zugstrecke angeschaut und war knapp davor die windige Strecke per Bus zu fahren. Glücklicherweise bin ich beim Zugticket geblieben, Straßen sind häufiger mal blockiert. Ich hatte jedoch mächtig Angst – das Gokteik Viadukt. Kein Geländer, kein Gitter, keine Plattform rechts oder links, nur Bäume, Abgrund und Tiefe. Zeitweise eine Höhe von 250m. Erbaut im Jahr 1900.  Im Schneckentempo überqueren wir die Brücke. Alles kracht und quietscht. Scheisse, und das soll einen tonnenschweren Zug halten? Ja.

 

Immer wieder Pannen - aus einer 5 stündigen Busfahrt wurden 10h

Immer wieder Pannen - aus einer 5 stündigen Busfahrt wurden 10h Immer wieder Pannen - aus einer 5 stündigen Busfahrt wurden 10h

Zugstrecke Bagan --> Mandalay

IMG_9275_klein Zugstrecke Bagan --> Mandalay

Zugstrecke Bagan --> Mandalay Zugstrecke Bagan --> Mandalay

Zugstrecke Bagan --> Mandalay

Zugstrecke Mandalay --> Hsipaw Zugstrecke Mandalay --> Hsipaw

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Zugstrecke Mandalay --> Hsipaw

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Im Zug

Zugstrecke Mandalay --> Hsipaw Im Zug

 

Trekking Hsipaw

In Hsipaw buchen wir über uns Gästehaus ein 2-Tages Trek. Wir wollen schließlich das „wahre“ Myanmar kennenlernen, auch wenn man in 2 Tagen doch nur wieder die Hauptroute unternehmen kann. Mehr ist in 2 Wandertagen eben einfach nicht drin. Nach ca. 5h erreichen wir das kleine Dorf, in dem wir in einem Homestay übernachten und essen für uns zubereitet wird. Wie so oft ist das Essen super lecker und anders als in all den Straßenlokalen. Alles ist frisch aus dem Garten, alles ist komplett hausgemacht. Da momentan Nebensaison ist sind wir die einzigen Touristen im Ort. Es ist bereits Nachmittag und wir schlendern noch ein wenig durch das Dorf. Die kleinsten helfen bereits wie die Größten. Die Ältesten sind so fleißig wie die Jüngsten. Kinder spielen, andere helfen beim Essen zubereiten und eines der Mädchen lädt uns sogar zu ihrer Familie nach Hause ein. Sie ist 13 Jahre und kann als einzige ein paar Worte Englisch. Stolz stellt sie ihre Familie vor und deren Gastfreundschaft übertrifft alles. Wir bekommen eine Hausführung, werden Eltern und Großeltern vorgestellt und bekommen Tee serviert. Mit den einfachsten Worten erzählen wir uns Geschichten. Sie selbst waren noch nie außerhalb von Hsipaw also zeigen wir ihnen Fotos von Bagan und Mandalay. Alle staunen und bewundern die zahlreichen Tempel und die Menschen in der Stadt – die Schönheit ihres eigenen Landes.

 

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Trekking Hsipaw

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Trekking Hsipaw

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Trekking Hsipaw

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Trekking Hsipaw

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Trekking Hsipaw Trekking Hsipaw

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Trekking Hsipaw

 

 

Trekking Kalaw

Hier erhalten wir in unserem Gästehaus einen guten Tipp für ein 3-Tages Trekking nach Pindaya. Ein Guide, der gerade neuen Routen abseits der Touristenpfade ausarbeitet. Bereits im Vorfeld sagt er zu uns, dass er diesen Weg selbst nur einmal gelaufen ist und wir unterwegs einen örtliche Guide benötigen. Und das er ein Chaot ist. Dafür treffen wir jedoch garantiert keine anderen Touristen, denn dorthin kommt bisher keiner. Mit allem sollte er ziemlich recht behalten.

 

Am ersten Tag treffen wir also auf unsere Crew: wir sind zwei Gäste (der lockige Holländer und ich), ein Guide, ein Träger, ein Koch – aha??? Naja gut, wird schon Sinn ergeben. Wir sind überrascht, dass wir per Auto fahren und nicht von hier los wandern wie andere. Wird wohl ebenfalls noch Sinn ergeben. Gerade eingeschlafen halten wir dann auch wieder. Ein Tempel – mal wieder. Doch wieder so einzigartig und beeindruckend wie kein anderer. Riesige Buddhastatuen drohnen auf dem Felsen und schauen zu uns hinunter. Hunderte Stufen gehen wir nach oben. Zum ersten Mal sehe ich auch keine Shops, keine Kiosks, keine Menschen. Und warum? Weil es in der Tat keine Touristen gibt. Nicht mal Einheimische sehen wir.

 

Wir starten schließlich unsere Tour entlang der Straße. Nach nur 30 Minuten kommen wir an einem Café vorbei und machen die erste Pause. Jetzt schon? Naja gut, der Guide lädt uns zu Tee und Kuchen ein – geht immer. Leicht vollgestopft (also richtig!) laufen wir gemütlich weiter und erreichen nach ca. 1 1/2h einen See, der… naja, ein See eben. Das Geheimnis liegt allerdings etwas abseits vom See. Ein paar Meter durch den Wald und einigen Stufen bergab sehen wir etwas blauen. Wasser? Nebel? Ne, schon Wasser! Keiner weiß, warum sich das Wasser so tief blau verfärbt. Aber ja, es ist tatsächlich Wasser, auch wenn es wie eine Wolke aussieht. Für die Einheimischen ist es also heilig und zugleich wird es ein Magnet für Mönche, die mit ihren Handys unzählige Fotos von dem Teich machen – sowie von uns. Wir machen ein paar Gruppenbilder.

 

Im nächsten Dorf gibt es schließlich Mittagessen und nun wissen wir auch, warum der Koch dabei ist. Denn hier gibt es kein Lokal. Es gibt gar nichts außer einer Schule und einem Haus. Der Guide fragt also bei der Familie, ob wir bei ihnen kochen und essen dürfen. Ja, so läuft das hier und so sitzen wir im nächsten Moment bei einer uns fremden Familie zu Hause und werden herzlichst begrüßt. Schnell kommt das halbe Dorf zusammen und wir, die zwei weißen, werden zur Attraktion. Bevor wir essen spielen wir mit den Kindern Fußball und beantworten fleißig fragen, ob wir verheiratet sind, wie uns Myanmar gefällt, etc. etc.

 

Bis hier hin war der Weg kein Problem. Danach verlassen wir das Dorf und überqueren erneut die Straße mitten hinein ins Grüne. Ab sofort weiß unser Guide auch nur noch die grobe Richtung. Das ist einerseits ja Abenteuer, andererseits wird es, wie sich herausstellen wird, auch unheimlich nervig… Selbst der junge Koch schüttelt irgendwann nur noch den Kopf, als der Guide das dritte Mal ein paar Landfrauen anspricht und sich nichts merken kann. Von weitem sehen wir eine Höhle und einen Moment zu lange fragen wir uns, was das genau ist. Ja klar, wir können einen Abstecher machen, meint der Guide –  was ein tolles Missverständnis, denn wir wollen eigentlich direkt weiter. Doch schon laufen wir auf kleinen Pfaden Querfeld ein ins Reisfeld. Und ja, es ist eine Höhle mit einem kleinen Tempel, der doch wieder so eindrucksvoll und unvergleichbar ist. Mitten im Nirgendwo. Am Abend erreichen wir schließlich das Dorf, doch ist natürlich nichts reserviert, schließlich kann man auch nichts reservieren. So laufen wir also von Haus zu Haus und fragen, wo der Dorfälteste wohnt. Er wird darüber entscheiden, wo und ob wir übernachten dürften. Burmesen – das sind zum Glück die gütigsten und freundlichsten Menschen. So finden wir im Haus des Ältesten also Platz, bekommen Essen und schlafen mit der Familie auf dem Boden in einem Zimmer. Ja, so stelle ich mir das Leben in Myanmar vor.

 

Frühmorgens wartet bereits der Localguide auf uns und führt uns durch das verzweigte Dorf. Einheimische schauen uns fragend und zugleich lächelnd an. Nein, Touristen kennen sie hier nicht. Wir kommen zu einem Wasserfall und klettern anschließend den ganzen Fluss hoch. Auch was neues. Durchgeschwitzt und mit nassen Schuhen wandern wir durch grüne Wälder und malerische Hügel, vorbei an Dörfern und Schulen. Erst der Schreck, dann das Staunen – wir sehen anders aus. Kinder, die vllt. zum ersten Mal einen Touristen sehen wissen gar nicht, wie sie reagieren sollen. Scheu und zurückhaltend betrachten sie uns. Also gehe ich ein paar Schritte näher hin und, was sich wie so oft als bestes Kommunikationsmittel erwiesen hat, zeige ich ihnen meine Kamera und drücke sie ihnen in die Hand. Die Fotos begeistern, die Scheu ist längst verflogen. Alle sind nun Fotografen, Filmemacher oder Models. Auch wenn wir uns die ganze Zeit auf burmesisch nur ein „Hallo“ zurufen, freue sie sich wie die Wilden und winken fröhlich mit ihren Händchen.

 

Nach bereits zwei, statt drei, Tagen kommen wir in Pindaya an. Wir sind etwas verwundert, dass wir schon so früh ankamen. Sei es nun, weil wir einfach unheimlich sportlich und schnell sind oder der Guide eben selbst erst herausfinden muss wir lange wir für diese neue Route benötigen. Dafür lädt er uns aber am nächsten Tag zu sich nach Hause ein und stellt uns seiner Familie und den Eltern vor. Wir essen zusammen und der Vater zeigt uns stolz Fotos von seinem Facebookprofil.

 

Verrückt. Vom Ursprünglichen ins Moderne, so schnell ist mittlerweile der Wandel – speziell in Myanmar.

 

Reise also jetzt!

 

 

new trek to Pindaya

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gelernter Reiseverkehrskaufmann, Weltenbummler und leidenschaftlicher Hobbyfotograf


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