Jun 11
dhabermann

Indien

Oooooh, du verrücktes Indien. Nie auf meiner Wunschliste und doch war ich dort. Das erste Ziel auf meiner Reise. War es das Richtige? Oh verdammt ja. Es hätte keinen besseren Start geben können. So bunt, so chaotisch, so laut, so viele Menschen, so wild, so dreckig, so spannend, so überhaupt nicht westlich und so unheimlich faszinierend. Zu viel von allem und doch hätte es nicht weniger sein dürfen.

 

Delhi

Zu viert beginnen wir die Reise. Der erste Eindruck fast enttäuschend. Sauber, geordnet, kein Stau… Beim Stadtrundgang durch Alt-Delhi sollten wir jedoch  nicht enttäuscht werden. Enge Straßen, VIEL zu enge Gassen, zu viele und zu voll beladene Motorräder, Rikschas und Transportkarren, die sich durch das Gewühl der Menschenmassen ihren Weg bahnen. Wir laufen mit dem Strom. Schauen rechts, staunen links, aber achten viel mehr auf das, was davor oder dahinter auf uns zukommt.

Im hintersten Eck, irgendwo mittendrin und doch so versteckt, essen wir zu Mittag. Vorspeisen, Nachspeisen, Currys. Wir essen durcheinander. Wir haben ja auch keine Ahnung. Letzten Endes egal, denn alles schmeckt. Beim ersten Biss verbrennt die Zunge, beim zweiten Biss klebt alles zusammen – zu süß!! Und trotzdem, niemals hätte ich mir das Essen so unheimlich lecker vorgestellt. Wahnsinn! Indisches Essen in Deutschland? Kein Vergleich. Und an Besteck denken wir auch nicht mehr….
Aber die Stadt hat viel mehr zu bieten. Wir sehen beeindruckende Tempel, schlendern durch Gewürzhallen, klettern auf Dächer, stürzen uns auf Rikschas ins Verkehrschaos, fahren in der 10-fach unterkühlten Metro und freuen uns erneut auf das gute Essen.

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In Agra

gibt es nicht wirklich etwas zu sehen. Nur eins, das Taj Mahal. Wie laufen durch das beachtliche Frontgate. Durch den Eingang sehen wir die ersten Umrisse. Dort thront es eindrucksvoll vor uns. Der weiße Marmor. Unverwechselbar. Unvergleichbar. Wer jedoch erwartet, dass er den Anblick alleine genießt, der liegt weit entfernt! Selbstverständlich wimmelt es vor Touristen. Aber trotzdem, es bleibt ein must-see!! Ich gehe also etwas abseits und siehe da, so viel los ist schon gar nicht mehr. Einmal rein, einmal raus. Wir setzen uns seitlich des Taj Mahals einige Zeit hin und genießen den Ausblick sowie das Treiben drum herum. Zeit nehmen, Zeit genießen.

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Per Nachtzug

fahren wir weiter nach Varanasi. Wer Indien erleben will, muss Zug fahren. Wer sich damit nicht so recht anfreunden kann, sollte erst recht Zug fahren! Man wird es nie vergessen und immer etwas zu erzählen haben. Anzeigetafeln, die sowieso nie stimmen. Züge, die grundsätzlich zu spät kommen. Und Kühe auf Bahnhöfen, die unsere Rucksäcke ansabbern. Ja was sollen wir machen, sie sind eben heilig. Also setzen wir uns hin und beobachten alles. Der Zug sollte um 18:10 Uhr losfahren. Mittlerweile ist es ca. 1 Uhr nachts. Überfüllte Züge halten und fahren wieder weiter. Der Nächste ist unserer, stimmt´s? Keiner weiß das so genau… Aber wir erhalten stets ein zuversichtliches Nicken. Und im letzten Moment – natürlich, Gleiswechsel. Stundenlanges Warten und jetzt muss alles ganz schnell gehen. Die Kuh ist weg, wir nutzen die Gelegenheit und schnappen unsere Rucksäcke, steigen über schlafende Menschen und weichen allen anderen Wartenden gekonnt aus. Im Zug finden wir schließlich unsere reservierten Liegen. Sind uns aber doch nicht so sicher, denn überall liegen bereits Einheimische. Alle schlafen sie. Freundlich stupsen wir sie an und meinen, dass wir die Plätze reserviert hätten. Kein Problem. Sie stehen ohne zu zögern auf, lächeln uns an und grüßen uns freundlich. Die Pritsche ist sozusagen vorgewärmt, wie praktisch. Die Decken und Kissen sind benutzt, aber was solls, wir packen schließlich unsere Schlafinlays aus und verstauen unsere Rucksäcke so gut es geht unter der Liege. Alles ist recht schlicht, abgenutzt oder etwas kaputt. Aber mal ehrlich, so schlimm ist das alles nicht. Wir haben die bessere Kategorie – in einem Wagon mit entweder 4 Liegen quer zur Fahrtrichtung (jeweils eine oben, eine unten) oder 2 Liegen übereinander in Fahrtrichtung, A/C und sogar Vorhänge pro Abteil. Wir treffen auf andere Backpacker, die uns von ihren Erlebnissen in den normalen Sleeper berichten. Randvolle Züge, offene Fenster, keine Klimaanlage… Wer wirklich was erleben will, der sollte die unterste Liege reservieren. Freundlichst wurden sie am nächsten Morgen von mindestens drei Indern, die sich auf dieselbe Pritsche gesellt haben, und 16 weiteren neugierigen Augenpaaren begrüßt. Etwas unwohl fühlten sie sich definitiv, aber ein kleines Lächeln überbrückt die meisten Hürden. Die Menschen sind ehrlich, helfen hilflosen Touristen weiter, wenn nicht mit Worten, dann mit Handzeichen und sie sind eben genauso neugierig wie wir.

 

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Varanasi

Für diese Stadt finde ich garantiert nicht die passenden Worte. Laut, bunt, arm, heilig, chaotisch, dreckig. Noch mehr Menschen auf noch kleinerem Raum. Häuser, die bei uns vor 20 Jahren abgerissen worden wären oder naja, wohl nie gebaut werden dürften. Gerüche, die ich nicht ansatzweise beschreiben kann. Schwül-heiß und schmutzige Luft. Überfüllte Straßen mit Rikschas, Mofas und Autos. Lautstarkes Hupen. Egal wann, wo oder wie dicht der Verkehr ist. Hupen gehört zum guten Ton dazu, denn egal wen wir anschauen, tausend verschiedene Inder winken, lächeln oder fahren so dicht vorbei, dass wir mit ihnen abklatschen.

 

High Five Varanasi.
High Five Indien!

Dieses Land muss man erlebt haben!

 

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dhabermann
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gelernter Reiseverkehrskaufmann, Weltenbummler und leidenschaftlicher Hobbyfotograf


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