Aug 14
dhabermann

Immerhin

 

After all…

… I did it. Managing a blog for 11 months. Whoop – I was impressed by myself. You haven´t read it? Ok, maybe I failed. Or because it´s in German. Anyway, it´s not always easy. The writing, blogging, editing photos, designing … believe it or not, but it takes a long time to complete. And pressure. Lagging behind once, you always lag behind. And the pressure increases – until it dissolves …

 

English? (click)

German? (read)

 

Seit 17 Monate reise ich also nun.
Was ist in Australien so passiert?
Warum hört ihr nichts mehr?
Warum gibt´s keine Bilder mehr?
Warum fast keine Facebook Posts?
Was macht der Junge eigentlich?

 

Details? Jaaaaa, gibt schon vieles zu erzählen. Aber wie soll ich das alles in der Kürze beschreiben? Geht gerade nicht. Tut mir leid. Leider fehlt mir da seit langem etwas die Zeit dazu. Ne, nicht Zeit Zeit. Das ist meistens nur eine Ausrede, richtig? Ich meine Zeit im Kopf. Ja, im Hirn. Mal abschalten, durchatmen, pausieren. Ob man es glaubt oder nicht, aber das braucht man beim Reisen definitiv. Und dazu kam ich in den letzten 6 Monaten wirklich kaum, habe zu viel gearbeitet, kaum entspannt. Und wenn entspannt, dann habe ich auch entspannt…

 

Reist du länger, hast du definitiv auch Downs. Wie sollst du das alles verarbeiten, was du innerhalb kürzester Zeit erlebst? Geht auch nicht. Und gab´s also auch.

 

Aber so viel sei gesagt, seitdem ich in Australien bin hatte ich in der Tat kaum Zeit. Vom 12-stündigen Tellerwaschen zu 13-stündigen Arbeitstagen, 6-7 Tage die Woche. Von zwei Traumjobs wie Essen auf dem Fahrrad  ausliefern bis hin zur Rucksackberatung im Outdoorgeschäft. Klingt nicht so nach Traum? Ich fand´s geil. Klingt alles nicht so anstrengend? Dann fahre erstmal 4-8h Rad am Tag. Und darüber hinaus die Beziehung mit einer faszinierenden Frau.

 

Was hab ich gemacht? Die ganze Kohle verbrasst? Nö.
Ja. Ein bisschen vielleicht.

 

War für 200$ Essen und sowas halt. Hab nun aber ein Auto gekauft. Reise momentan wieder alleine. Die Ostküste hoch (und evtl. wieder runter). Nach ca. 4 Wochen reisen muss wieder Kohle rein. Kacke, eigentlich wollte ich an die Westküste. Was solls. Bin nun hier und arbeite in einem kleinen Ferienort. Port Douglas. Fange wieder abends als Tellerwäscher an und arbeite morgens im 5-Sterne Resort als Zimmermädchen. Junge. 13h am Tag. 5-6 Tage die Woche. Ja. Ist scheisse. Aber Housekeeping ist recht entspannt, da kann man schon mal ein Nickerchen machen. Und he, weißte was? Ich weiß, wofür ich das alles mache. Also läuft.

 

Geplant war in Australien nur 6 Monate. Warum nun länger? Simpel: Geld. Verdammtes Geld! Kennt man ja…
Recht habt ihr, wenn ihr sagt: „ach hätte ich genügend Geld, würde ich auch einfach mal abhauen und nur reisen…“. Exzellent und brilliant erfasst. Arbeiten, Geld sparen, Geld ausgeben. Das ist das Leben. Was? Neee, warum? Stimmt, das ist nicht das Leben, es ist (lediglich) ein Teil des Lebens. Ich sag mal so, die wichtigste Hauptrolle in einer Nebenrolle. Oder? Momentan arbeite ich jedenfalls hart, verzichte auf vieles, schenke mich ein. Stimmt nicht, meistens schRenke ich mich ein.

 

Es gibt schließlich ein Ziel, ein Gedanke und eine Idee, welches, welcher und welche noch länger andauern sollen. Erkunden, erforschen, erleben – reisen. Reisen, ja. Glaube mir, es ist JEDE Anstrengung wert. JEDEN Cent, den man sparen kann ist mehr wert als Gold. Traurige und fröhliche Erlebnisse, wahre Geschichten, freundlich böse Menschen, wunderschöne Natur, eklig gutes Essen, fremde Kulturen. Dein Leben und das Leben anderer, Reisender wie Einheimische. Mach dich frei, löse dich und tauche ein. Traue dich und verschmelze. Stille die innere Neugier, erweitere deinen blinden Horizont, lerne dich kennen und lerne Andere kennen. Erlerne das Lernen. Fordere dich und entspanne dich. Liebe die Freude und liebe die Trauer.

 

Lebe.

 

Wie das geht? Machst du schon.

 

Wie ich das mache? Ich setze mich ganz gerne mal in die Sonne. Also eigentlich nicht, aber dafür schon. 40 Grad, die Haut? Brutzelt. Schwitzt. In Gedanken schweife ich ab und beobachte zugleich alles um mich herum. Ich halte die Zeit an, kann ich nämlich. Genieße den Moment, kann ich nämlich. Sehe die Palme an wie sie sich im Wind bewegt – ne, kann ich nicht beeinflussen. Aber DESWEGEN ist es doch verrückt, dass hier eine Palme steht. Dass der Wind weht. Dass ich den Wind auf einmal spüre. Dass ich die Energie der Sonne spüre. Dass die Palme TATSÄCHLICH im Wind baumelt – kann es nach wie vor nicht fassen. Dass hinter der Palme noch mehr Grünzeug ist. Dass das Wasser sich auf und ab bewegt. Sich jedes Sandkorn bewegt. Dass ich hier sitze und MIR ein paar Sekunden ZEIT nehme alles zu beobachten. Dass ich es mir selbst MÖGLICH gemacht habe hier sitzen zu dürfen und mich mental darauf einlasse. Dass ich merke wie sich meine Haut am ganzen Körper plötzlich ändert. 40 Grad. Schweiß. Gänsehaut. Feuchte Augen.
Klingt lächerlich? Verständlich! Aber sei´s drum. Ich lebe. Und ich versuche mir es so oft wie möglich Bewusst zu machen. Und die beste Nachricht? Jeder kann es.

 

Wo gehe ich nun als nächstes hin?
Neuseeland.

Ende 2016, ich komme. Bin zwar mittlerweile alt, aber wen juckt´s. (Über) 30 ist doch das neue 20 – liest man ja überall. Evtl. Jobmöglichkeiten stehen bereits in Aussicht. Und wenn nicht, egal. Es wird neue Möglichkeiten geben.

 

Vielleicht wird es die Heimat bis Oktober 2017?
Ich habe da so (k)einen Plan…
und Pläne ändern sich konstant.

 

Sei also mal ein bisschen lockerer und plane nicht zu viel.
Es kommt schon alles wie es kommt.

 

 

Ach, und hast du eigentlich gemerkt, dass im Hintergrund Musik läuft? Haste nicht, ne? Na hau einfach mal die Ohrstöpsel rein und dreh mal so richtig auf. Warum? Ist doch viel netter. Ach, und ich bin so weit weg, um genauer zu sein auf der anderen Seite der Welt. Indem ich das hier schreibe, teile ich meine Gedanken. Und wenn du das hier liest, willst doch ein bisschen näher bei mir sein, oder? Willst fühlen was ich fühle? Also klick mit dem Mauszeiger zurück auf den Anfang (oben, dieser Balken da) und lies nochmal.

 

Für mich ist es ein Lied, um perfekt abzutauchen und für einen Moment stehen zu bleiben. Mit dem ich das letzte Mal per Bike durch die Großstadt Melbourne gefahren bin. Wolkenkratzer rechts und links, die spiegelnde Abendsonne in den Fenstern und anschließender peitschender Regen im Gesicht. Ist nicht so hammer, aber bleibt in Erinnerung. Also doch irgendwie geil.
Desto mehr Menschen ich sehe, desto ruhiger werde ich. Je schneller jeder läuft, desto langsamer fahre ich. Staus. Volle Trams. Überfüllte Busse. Alle hastig auf dem Weg nach Hause. Warum? Um zu essen und sich von der Arbeit zu entspannen. Und warum? Um morgen wieder zur Arbeit zu gehen und einen weiteren Abend zu entspannen. Und warum? Um die Verpflichtungen zu erfüllen. Geld zu haben, um irgendeinen neuen Blödsinn zu kaufen. Ok, und natürich die Familie zu versorgen und die gemeinsame Zeit verbringen. Ja, das verstehe ich schon alles. Aber warum?

 

Also, ich meine… Wohin??

 

Cheers.

 

Sailing - Whitsundays Sailing - Whitsundays

Sailing - Whitsundays

Brisbane

Blick aus meinem Van

Marcel and me, Brisbane

Marcel and me, Whitsundays Marcel and me, Great Ocean Road

Melbourne - sun, rain, wind. Doesn't matter, best job in the world Melbourne - sun, rain, wind. Doesn't matter, best job in the world

Melbourne - Sunday Market VIctoria - Great Ocean Road VIctoria - Great Ocean Road

Tropical Queensland - Cape Tribulation

Tropical Queensland - Mossman George

dhabermann
About the Author:
gelernter Reiseverkehrskaufmann, Weltenbummler und leidenschaftlicher Hobbyfotograf


1 Comments:

  1. Nina
    September 11, 2016
    Reply

    Wahnsinns Bilder. Respekt. Und schöne Gedankengänge die einen selber zu weiteren Gedanken anregen.
    Liebe Grüße
    Nina


Leave a Comment!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.